Unfallversicherung

Weil Unfälle passieren, auch wenn sie nichts dafür können

Unfallversicherung

In Deutschland geschehen im Schnitt jeden Tag 23.500 Unfälle, folglich geschieht alle 3,7 Sekunden ein Unglücksfall. Die körperlichen und psychischen Folgen der Betroffenen sind oft so schwerwiegend, dass sie ihren Beruf nicht weiter ausüben können.

Die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) ist ein Versicherungszweig der gegliederten Sozialversicherung. Ihr Zweck besteht darin, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten und nach Eintritt dieser Fälle die Leistungsfähigkeit der Versicherten mit sämtlichen geeigneten Mitteln wiederherzustellen.

Warum ist eine zusätzliche private Unfallversicherung sinnvoll?

Ein Unfall ist nicht vorhersehbar und kann sich praktisch überall ereignen: Im Auto, beim Sport, während eines Sturzes von der Leiter. Im schlimmsten Fall bleiben gesundheitliche Schäden zurück, die von langer Dauer sind.

Ein Unfall kann schwere Lebenseinschnitte bedeuten, weswegen es ratsam ist, mit einer privaten Unfallversicherung vorzusorgen. Die gesetzliche Unfallversicherung, die Arbeitgeber für alle Angestellten abschließen müssen, gilt lediglich für Unfälle bei der Arbeit und auf den Arbeitswegen. Auch Kinder sind nur bei Unfällen in Kindergärten, Schulen oder Tageseinrichtungen sowie auf den Wegen dorthin und zurück zum Elternhaus gesetzlich unfallversichert. Wer glaubt, dass Unfälle zumeist eh bloß im Berufsleben geschehen, irrt sich: 60 Prozent aller Unfälle ereignen sich in der Freizeit.

Personen ohne feste Beschäftigung sind überhaupt nicht gesetzlich unfallversichert. Gerade für sie ist daher eine private Vorsorge gegen dauerhafte Unfallfolgeschäden ratsam. Der Abschluss einer privaten Unfallversicherung empfiehlt sich jedoch für jeden, da die Versicherung sowohl bei Unfällen in der Berufs- und Freizeit leistet. Bei einem Unfall in der Arbeitszeit erhält der Versicherte folglich zwei Zahlungen.

Unfallversicherung

Wann und wofür springt die private Unfallversicherung ein?

Die PUV ist eine Personenversicherung und springt ein, wenn die versicherte Person durch einen Unfall bleibende körperliche Schäden erleidet. Der Unfall wird als solcher angenommen, wenn dessen Folgen voraussichtlich länger als drei Jahre andauern. Der gezahlte Betrag aus der Unfallversicherung dient vor allem dazu, den Lohnausfall entsprechend abzufangen. Darüber hinaus kann er helfen, die eventuell erforderlichen Umbaumaßnahmen an der Wohnung oder dem Auto des Betroffenen abzufedern. Für den Fall, dass Krankenkasse und Rentenversicherungsträger keine zusätzlichen Therapien für den Klienten zahlen, kann die PUV auch hier einspringen.

Nicht jeder Unfallschaden wiegt gleich schwer und ist deshalb gleich viel wert. Die Kapitalzahlung bei privaten Unfallversicherungen wird nach einer sogenannten Gliedertaxe berechnet. Dies klingt vielleicht makaber, gewährleistet aber eine transparente, nachvollziehbare und faire Auszahlung an die Klienten. Wenn Körperteile laut ärztlicher Auskunft nur zum Teil beeinträchtigt sind, wird die Versicherungsleistung je nach Schwere der Invalidität angepasst. Die folgende Tabelle zeigt die betroffenen Körperteile und den dazu gehörigen Invaliditätsgrad:

Körperteil/ Bereich Invaliditätsgrad
Arm im Schultergelenk 70 Prozent
Arm bis oberhalb des Ellenbogengelenks 65 Prozent
Arm unterhalb des Ellenbogengelenks 60 Prozent
Hand im Handgelenk 55 Prozent
Daumen 20 Prozent
Zeigefinger 10 Prozent
Anderer Finger 5 Prozent
Bein über der Mitte des Oberschenkels 70 Prozent
Bein bis zur Mitte des Oberschenkels 60 Prozent
Bein unterhalb des Knies 50 Prozent
Bein bis zur Mitte des Unterschenkels 45 Prozent
Fuß 40 Prozent
Große Zehe 5 Prozent
Andere Zehe 2 Prozent
Auge 50 Prozent
Gehör auf einem Ohr 30 Prozent
Geruchssinn 10 Prozent
Geschmackssinn 5 Prozent

Eine PUV kann nicht nur für den Versicherungsnehmer selbst, sondern auch für dessen Angehörige wie beispielsweise den Partner oder Kinder abgeschlossen werden. Viele Versicherungsgesellschaften haben jedoch Altersgrenzen eingeführt. Je nach Versicherung liegt die Maximalgrenze zwischen dem 65. und dem 70. Lebensjahr. Gesonderte Seniorentarife mit individuellen Leistungen bieten Schutz über diese Grenzen hinaus.

Für wen ist eine private Unfallversicherung sinnvoll?

Wie bereits erwähnt ist es für alle Personen sinnvoll, eine PUV abzuschließen. Es gibt spezielle Tarife für Familien und Kinder, die sich Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen. Da die private Unfallversicherung sowohl bei Schäden, die in der Freizeit eintreten, als auch bei etwaigen Unfällen während der Arbeitszeit einspringen, sind sie unabhängig von der jeweiligen Tätigkeit ratsam. Ein Unfall kann nicht nur einem Extremsportler passieren. Ein simpler Auffahrunfall genügt im schlimmsten Fall, um einen dauerhaften körperlichen Schaden zu verursachen.

Was unterscheidet eine Unfallversicherung von einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Private Unfallversicherungen leisten eine Invaliditätssumme nach einem Unfall, die abhängig von der Berufsunfähigkeit des Betroffenen ausgezahlt wird. Die Versicherungssumme soll helfen, die Folgekosten der Invalidität (zum Beispiel Umbaukosten der Wohnung) abzufangen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen leistet eine vereinbarte monatliche Rentenzahlung im Falle eines Unfalles oder einer Krankheit, wenn durch diesen Versicherungsfall der Versicherte seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. In der Regel ist der Abschluss beider Versicherungen in Kombination ist durchaus empfehlenswert.

Was kostet eine private Unfallversicherung?

Die Beitragshöhe für die PUV ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Besonders der Beruf des Versicherten ist von Bedeutung, denn jede Tätigkeit hat einen anderen Risikofaktor.

Die Versicherungen unterscheiden – wie auch die Berufsunfähigkeitsversicherung – das  Versicherungsrisiko anhand der folgenden drei Berufsgruppen:

Gefahrengruppe A: Personen, die einer kaufmännische oder verwaltende Tätigkeit nachgehen
Gefahrengruppe B: Körperliche oder handwerkliche Berufe
Gefahrengruppe K: Kinder

Einflussfaktoren für Beitragshöhe

Die folgenden Faktoren sind entscheidend bei der Berechnung der Beitragshöhe:

  • vereinbarte Schadenssumme im Versicherungsfall
  • aktuell ausgeübter Beruf des Versicherten
  • in den Bedingungen festgelegter Versicherungsumfang
  • generelle Preisunterschiede zwischen den diversen Anbietern